Der Coma-Galaxienhaufen (Abell 1656) gehört zu den massereichsten bekannten Strukturen im nahen Universum und liegt im Sternbild Haar der Berenike. Mit einer Entfernung von rund 320 Millionen Lichtjahren zeigt dieses Bild einen winzigen Ausschnitt eines gigantischen kosmischen Verbunds aus über tausend Galaxien.
Im Zentrum dominieren große elliptische Galaxien wie NGC 4874 und NGC 4889, deren weiche, ausgedehnte Lichtprofile das Ergebnis zahlloser Verschmelzungen über Milliarden Jahre sind. Um sie herum erstreckt sich ein dichtes Geflecht aus kleineren Galaxien unterschiedlichster Formen – von elliptischen Systemen bis hin zu zarten, teils nur noch als feine Striche erkennbaren Spiralgalaxien.
Besonders faszinierend ist die enorme Tiefenwirkung dieses Feldes: Viele der schwächsten, kaum wahrnehmbaren Lichtflecken gehören ebenfalls zum Haufen oder liegen sogar noch weit darüber hinaus im Hintergrund. Jede dieser Strukturen enthält Milliarden Sterne und erzählt ihre eigene Entwicklungsgeschichte in einem Universum, das hier in einer einzigen Aufnahme verdichtet erscheint.
Aufgenommen unter herausfordernden Bedingungen in vergleichsweise geringer Höhe über dem Horizont, zeigt das Bild dennoch eindrucksvoll, wie reich und komplex selbst scheinbar unscheinbare Himmelsregionen sein können – ein stiller Hinweis darauf, wie klein unser eigener Platz im Kosmos ist.
- Datum: 17.03.2026
- Teleskop: Askar 140 APO mit 0.8x Reducer
- Kamera: Touptek 2600c
- Filter: ohne Filter
- Belichtung: ca. 3 Stunden (subframes gestackt)
- Software: Siril, Topaz Denoise, GIMP