Der Krebsnebel (Messier 1) ist der Überrest einer Supernova, die im Jahr 1054 n. Chr. von chinesischen und arabischen Astronomen als „Gaststern“ beschrieben wurde. Die Explosion war so hell, dass sie über Wochen hinweg am Tageshimmel sichtbar war. Heute dehnt sich der Nebel mit einer Geschwindigkeit von rund 1.500 km/s weiter aus und erstreckt sich über etwa 11 Lichtjahre.
Im Zentrum des Nebels befindet sich ein Neutronenstern – der sogenannte Krebs-Pulsar. Dieser extrem kompakte Überrest des ursprünglichen Sterns rotiert rund 30-mal pro Sekunde und besitzt ein Magnetfeld von außergewöhnlicher Stärke. Durch seine schnelle Rotation beschleunigt der Pulsar geladene Teilchen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit und speist damit den Nebel kontinuierlich mit Energie. Diese Wechselwirkung ist verantwortlich für die feinen, filamentartigen Strukturen und die komplexe innere Dynamik des Nebels.
Die rötlich-orangenen Filamente zeigen Emissionen ionisierter Gase wie Wasserstoff und Sauerstoff, während die bläulichen Bereiche auf energiereiche Prozesse und Synchrotronstrahlung zurückgehen. Messier 1 ist eines der wenigen Objekte, bei dem sich der Zusammenhang zwischen Supernova-Überrest, Pulsar und Nebelphysik direkt beobachten lässt.
- Datum: 07.01.2026
- Teleskop: Askar 140 APO mit 1x Reducer
- Kamera: Touptek 585c
- Filter: Antlia Quadband
- Belichtung: ca. 2 Stunden (subframes gestackt)
- Software: Siril, Topaz Denoise, GIMP