Der Blasennebel (NGC 7635) ist ein Emissionsnebel im Sternbild Kassiopeia und liegt rund 7.100 Lichtjahre entfernt im Perseus-Arm unserer Galaxie. Die markante kugelförmige Struktur – die „Blase“ – ist etwa 7 Lichtjahre groß und entsteht durch den intensiven Sternwind des heißen Zentralsterns BD+60 2522, ein massereicher O-Stern mit der 10- bis 20-fachen Sonnenmasse. Der Stern stößt durch seine starke Strahlung und seinen Sonnenwind kontinuierlich Materie ab, die auf das umgebende interstellare Gas trifft. Dabei entsteht eine Schockfront, die eine riesige, halbtransparente Gaskugel aus heißem, ionisiertem Wasserstoff aufbläht – sichtbar als leuchtend roter Bogen im Hα-Bereich. Der äußere Bogen der Blase erscheint zudem leicht grünlich durch [O III]-Emissionen, was in der kalibrierten Darstellung die Kühlung durch zweifach ionisierten Sauerstoff anzeigt. Besonders faszinierend ist der Kontrast zwischen der scheinbaren Regelmäßigkeit der Blase und dem unregelmäßigen, teils filamentartigen Nebel im Hintergrund. Diese Strukturen entstehen durch Wechselwirkungen mit dichteren Bereichen im interstellaren Medium, die das Wachstum der Blase lokal abbremsen. Die Aufnahme entstand mit einer ATR585C-Kamera am Antlia Quad Band Filter. Der natürliche Eindruck resultiert aus einer eher zurückhaltenden Bearbeitung, die feine Strukturen erhält und dem Objekt seine physikalische Tiefe lässt – ohne übertriebene Kontraste oder unnatürliche Farben.
- Datum: 14.06.2025
- Teleskop: Askar 140 APO mit 1x Reducer
- Kamera: Touptek 585c
- Filter: Antlia Quad Band
- Belichtung: ca. 1.5 Stunden (subframes gestackt)
- Software: Siril, Topaz Denoise, GIMP