Aus der Entfernung der Andromeda-Galaxie wäre unser gesamtes Sonnensystem selbst in dieser Detailaufnahme tausendmal kleiner als ein einzelner Bildpixel und damit völlig unsichtbar – ein eindrucksvoller Hinweis auf die enormen Dimensionen dieser Galaxie.
Der Stern V1 in the Andromeda Galaxy ist einer der historisch bedeutendsten Sterne der Astronomie. Er wurde 1923 von Edwin Hubble in der Messier 31 entdeckt, während er fotografische Aufnahmen der Galaxie mit dem 100-Zoll-Hooker-Teleskop am Mount Wilson Observatorium untersuchte.
V1 gehört zur Klasse der Cepheiden, also pulsierenden Veränderlichen. Solche Sterne verändern ihre Helligkeit periodisch, weil ihre äußeren Schichten rhythmisch expandieren und wieder kollabieren. Entscheidend ist dabei eine physikalische Beziehung, die bereits 1912 von Henrietta Swan Leavitt entdeckt wurde: Die Perioden-Leuchtkraft-Relation. Sie besagt, dass die Pulsationsperiode eines Cepheiden direkt mit seiner absoluten Leuchtkraft zusammenhängt. Misst man also die Periodendauer eines solchen Sterns, kann man seine tatsächliche Helligkeit bestimmen und daraus seine Entfernung berechnen.
Als Hubble die Helligkeitsschwankungen von V1 analysierte, erkannte er, dass der Stern extrem weit entfernt sein musste – viel weiter als jede damals bekannte Struktur innerhalb der Milchstraße. Daraus folgerte er, dass die Andromeda-Galaxie selbst ein eigenständiges Sternsystem außerhalb unserer Galaxie sein muss. Damit war erstmals eindeutig gezeigt, dass die sogenannten „Spiralnebel“ tatsächlich andere Galaxien sind.
Diese Erkenntnis veränderte unser Verständnis des Universums grundlegend. Bis dahin hielten viele Astronomen die Milchstraße für das gesamte Universum. Mit der Entdeckung der Cepheide V1 wurde klar, dass unsere Galaxie nur eine von unzähligen Galaxien im Kosmos ist – ein entscheidender Schritt zur modernen Vorstellung eines riesigen, von Milliarden Galaxien erfüllten Universums.
- Datum: 18. - 20.01.2026
- Teleskop: Askar 140 APO mit 0.8x Reducer
- Kamera: Touptek 2600c
- Filter: Antlia Quad Band und Neodymium Filter
- Belichtung: ca. 4 Stunden (subframes gestackt)
- Software: Siril, Topaz Denoise, GIMP