Der Pelikannebel (IC 5070) liegt im Sternbild Schwan (Cygnus) und ist Teil einer ausgedehnten H II-Region in etwa 2.000 Lichtjahren Entfernung. Zusammen mit dem benachbarten „Nordamerika-Nebel“ (NGC 7000) bildet er eines der markantesten Sternentstehungsgebiete unserer Milchstraße. Während das große Bildfeld von IC5070 weiter unten den gesamten Pelikannebel mit dem „Golf von Mexiko“-Bereich zeigt, konzentriert sich diese Aufnahme auf den „Kopf“ des Pelikans.
Hier sind die physikalischen Prozesse besonders gut sichtbar:
Die rötlichen Zonen bestehen aus ionisiertem Wasserstoff (Hα), der durch die intensive UV-Strahlung junger, heißer Sterne zum Leuchten angeregt wird.
Die dunklen Staubwolken wirken wie Silhouetten vor dem Nebel – sie absorbieren das Licht und verbergen dahinter liegende Sternentstehungsregionen.
Die komplexen Formen entstehen durch ein Zusammenspiel aus Strahlungsdruck, stellaren Winden und Gravitation, die das Gas formen und verdichten.
In den dichten Dunkelstrukturen entstehen laufend neue Sterne und junge Sternhaufen, die den Nebel in den kommenden Millionen Jahren langsam „auffressen“ und seine Gestalt verändern.
Diese Nahaufnahme offenbart also die fein strukturierten Fronten, in denen sich Materie verdichtet – die eigentlichen „Kinderstuben“ zukünftiger Sterne.
- Datum: 30.08.2025
- Teleskop: Askar 140 APO mit 0.8x Reducer
- Kamera: Touptek 585c
- Filter: Antlia Quad Band
- Belichtung: ca. 2 Stunden (subframes gestackt)
- Software: Siril, Topaz Denoise, GIMP